Warum ich Yoga mache


 

Mein Weg zum Yoga war ein sehr äußerlicher. Ich war zu der Zeit ein Fitness Junkie, trainierte jeden Tag mehrere Stunden. Irgendwann entdeckte ich in meinem Fitness Studio (Fitness First) den Yoga Kurs, sah diese durch trainiertes Mädel, nicht dass ich auch so eins war, und dachte mir das will ich auch um meine Figur ein zusätzliches Tuning zu geben. Mir ging es nur darum gut auszusehen. Schon in der ersten Stunde passierte etwas mit mir, mir war danach einfach nur zum heulen zumute. 

 

Ich besuchte diesen Kurz nur 3-4-mal, warum weiß ich nicht mehr, aber ich vergaß diese Erfahrungen ganz schnell wieder. Als ich dann ca. ein Jahr später von Frankfurt nach Hamburg zog, blieb ich einen nachmittags, nachdem ich meine Freundin zum Bahnhof gebracht hatte, in dem Buchlanden am Hauptbahnhof vor meinem ersten Yogabuch stehen, ich kaufte es und fing noch am selben Tag an die Übungen die mir aufgezeigt worden wurden in meinem Wohnzimmer für mich selbst zu praktizieren. Damals wusste ich wieder nicht was es war, aber irgendwie wirkte dieses Yoga, nicht nur körperlich.

Sommer 2015 lernte ich dann meine Freundin Larissa kennen, die damals schon ausgebildete Yogalehrerin war. Sie versuchte mich immer mitzuziehen, doch damals verstand ich noch nicht so recht was sie von mir wollte. Meditieren, Spiritualität? Das waren alles Fremdwörter für mich und ich fand einiges was sie versuchte mir zu sagen auch echt merkwürdig.

Als ich dann Ende 2015 einen Ermüdungsbruch an meinem rechten Schienbein hatte, Ursache unbekannt, und ich damit gezwungen wurde mal kürzer zu treten, brach mein Leben das erste Mal so richtig zusammen. Abgesehen, dass mein Körper streikte, verlor ich meinen Job und der Mann mit dem alles perfekt zu sein schien, entschied sich auch zu gehen. Es war 10 Tage vor meinem 33 zigsten Geburtstag und alle drei Dinge passierten am gleichen Tag! Die Kündigung, das Verlassen werden und die Diagnose, dass ich erneut 4 Wochen still liegen sollte, da ich dies die letzten 6 Wochen so semi gut gemacht hatte. Ich war davor immer unterwegs gewesen, hatte mir kaum Ruhe gegönnt. Mein Leben bestand aus Ablenkung und Abwechslung. Ich hatte kaum eine Konstanze, ich wollte immer noch höher, schneller, weiter.

Doch ging es mir dabei eigentlich nie wirklich gut. Im Gegenteil ich war in vielen Dingen sehr unglücklich und suchte mein Glück im Außen und am liebsten in einem Mann. Ich kann mich noch an einen Satz von Larissa erinnern: „Ich merke mir bei dir erst wieder den Namen eines Typen, wenn es wirklich erst wird!“. Ich war stocksauer und enttäuscht, dass von einer meiner besten Freundin zu hören. „Diesmal ist es anders!“. War es nicht, diese Liebe verflog wieder, weil ich sie eben aus falschen Beweggründen suchte. 

Wenn es dann mit den Männern nicht funktionierte, dann stürzte ich mich eben in meinen Job. Der gab mit oft in kürzester Zeit einen riesen Erfolg. Ich musste mich ehrlich gesagt nie anstrengen, mir flog alles zu. Aber trotzdem bekam ich nie genug von dieser Anerkennung. Also arbeitete ich oft 10-12 Stunden am Tag und auch gerne mal 6 Tage die Woche. Vor allem mein Vater war dann stolz auf mich und das war etwas was ich mir schon als kleines Kind immer gewünscht hatte! 

Ich könnte hier jetzt noch stundenlang weiterschreiben, von Partys, in denen ich immer im Mittelpunkt stand, über Freundschaften die nur Mittel zum Zweck waren, über Lügen, die ich erfand, um gut da zu stehen. Darum geht es aber nicht, denn dies liegt alles in der Vergangenheit. Was zählt ist heute, dass jetzt, genau dieser MOMENT.

Heute bin ich 36 Jahre alt und mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht, ich könnte das jetzt auch alles aufzählen (mache ich vielleicht mal im nächsten Beitrag). Was ich erzählen möchte, wie ich es geschafft habe das alles zu ändern.

Anders gesagt nicht wie, sondern wer: ICH.

Und das ist der Grund warum ICH Yoga mache, Yoga zeigt mir wer ICH bin. Ich könnte hier jetzt auch viele Beispiele nennen: Meditiere jeden Tag, mach deine Praxis auf der Matte etc. Aber im Endeffekt gibt es wieder nur eine Person, die dies alles tut: ICH.